Das bislang kostenlose TankTaler mit OBD-Stecker für das eigene Fahrzeug hat vor Kurzem angekündigt kostenpflichtig zu werden. Konnte man bisher beim Tanken und Fahren Geld sparen mit dem Stecker und der dazu passenden App, ist dies ab 2018 auch für Bestandskunden kostenpflichtig. Auch gibt es keine Taler mehr für zurückgelegte Kilometer und nur noch bei Partnertankstellen lassen sich Taler sammeln. Damit dürfte der Dienst für viele Nutzer uninteressant werden, da sie effektiv mehr Geld zahlen müssen, als sie durch das Prämienmodell zurückerhalten.

TankTaler selbst beschreibt die aktuelle Situation diplomatischer:

 

Wir haben gelernt, dass wir mit dem aktuellen Modell, Stecker über Sponsoren in bestimmten Regionen zu vertreiben, die Nachfrage am Markt nicht in der Geschwindigkeit bedienen können, die wir uns zum Ziel gesetzt haben.

Bereits in den vergangenen Monaten wurden die Konditionen aus Kundensicht immer weiter verschlechtert. Punkte fürs Werben wurden gekürzt und fielen schließlich weg, das Einlösen in Gutscheine erforderte immer größere Talermengen und wurde zudem mit einer Bearbeitungsgebühr von 5€ belegt. Auch lokale Aktionen, wie z.B. Kooperationen mit Geschäften wurden keine neuen eingestellt (z.B. 500 Taler für den Besuch von Ikea), in den Aktionen finden sich mittlerweile nur noch Werbelinks zu Angeboten, bei denen auch keine Taler angeboten werden. Vor allem das Einstellen der Aktion, fürs Fahren mit Stecker Punkte zu erhalten, wurde von vielen Benutzern negativ wahrgenommen.

Um die jährlichen Kosten von ca. 40€ wieder hereinzufahren durch Tanken müsste man bei einem Verbrauch von 5 l/100km im Jahr ca. 40000km zurücklegen – wesentlich mehr, als die meisten Leute fahren werden. Um Gewinn zu machen muss natürlich noch mehr gefahren werden.

Allerdings kann man TankTaler auch als zusätzliches Feature im Auto sehen. So misst die App die Batteriespannung aus im Stand, was bei älteren Batterien hilfreich sein kann. Die anderen Features in der App wie aktueller Tankfüllstand und Verbrauch sind allerdings nur hochgerechnet und werden nicht über die OBD-Schnittstelle ausgelesen. Somit hat man hier keine großen Vorteile zu einfachen Apps zum protokollieren des Tankverhaltens.

Ob sich TankTaler also mit dieser Strategie am Markt behaupten können wird, steht in den Sternen. Ich werde den Stecker dieses Jahr noch im Fahrzeug lassen und dann 2018 endgültig abstecken, da für mich dann der Mehrwertt fehlt. Vemutlich wird es ein Großteil der Nutzer genauso sehen, sodass TankTaler ein riesiger Anteil seiner mühsam durch Prämien und kostenlose Hardware geköderten Kunden abhandenkommen wird.

In Zeiten zunehmender Vernetzung von Fahrzeugen durch die Hersteller wird es eine Nachrüstlösung sicher nicht einfach haben in der Zukunft – bleibt also abzuwarten, wie es mit dem innovativen Dienst weitergeht.