Im Gegensatz zu meinen sonstigen Artikeln zum Thema „Internet of Things“, die eher Bastel- und Selbstbaulösungen behandeln, stelle ich in diesem Artikel ein fertiges System vor, das euer Auto vernetzt. Es handelt sich um das System „TankTaler“ des Anbieters „ThinxNet GmbH“ aus München, das nicht nur – wie es der Name vielleicht vermuten lässt – ein einfaches Cashback-System für Sprit ist, sondern einen OBD-Hardwaredongle mit GPS und Internetverbindung mitbringt und dem Nutzer damit einiges an Mehrwert bietet. Die Hardware wird dem Nutzer zudem (aktuell) kostenlos zur Verfügung gestellt, sodass dem schnellen Ausprobieren nichts im Wege steht.

 

Die Hardware

Wie bereits erwähnt besteht die Hardware aus einem Stecker für die OBD-Schnittstelle im Auto. Geliefert wird dieser in einer hübschen Pappschachtel, in der sich neben dem Stecker auch noch eine gedruckte Kurzanleitung sowie ein TankTaler-Aufkleber befinden.tanktaler_foto

Im Stecker befindet sich neben der Elektronik laut Anbieter auch noch eine Batterie, sodass der Stecker auch unabhängig vom Auto funktionieren soll. Außerdem belastet der Stecker damit die Autobatterie bei Stand nicht.

Da der Stecker nur eine Leihgabe ist und nicht in das Eigentum des Kunden übergeht, darf dieser leider nicht zerlegt werden, sonst hätte ich euch natürlich Fotos des „Innenlebens“ bereitgestellt 😉

 

Die App

Die TankTaler-App ist für iOS und Android erhältlich und macht einen sehr ordentlichen Eindruck. Ich nutze momentan nur die Android-Version, die Funktionen unter iOS sollten allerdings identisch sein.

In der Startansicht sieht man eine Karte mit der aktuellen Position des Autos, dem momentanen Kilometerstand sowie der TankTaler-Zahl (Umrechnung: 10.000 Taler entsprechen 10€).screenshot_tanktaler_1

Tippt man auf den Namen des Autos, so öffnet sich die Detailseite mit weiteren Fahrzeugdaten wie der Batteriespannung oder (bei einigen Modellen) dem aktuellen Tankfüllstand.screenshot_tanktaler_2

Zudem finden sich in der Liste weiter unten noch Fahrstatistiken, die ganz nett visualisiert werden.screenshots_tanktaler_1

Klickt man auf der Startseite auf die TankTaler, so öffnet sich die Ereignisübersicht. Darin enthalten sind Tankstopps, Fahrten und weitere Dinge, für die man TankTaler gutgeschrieben bekommt.screenshots_tanktaler_2Man kann auf der Startseite auch auf das Auto tippen, dann erhält man ein paar Menüpunkte (Inkognito-Fahrt, Hilfe, Profil und Einladungsmöglichkeit für Freunde).screenshot_tanktaler_8Am Wichtigsten dürfte dabei das eigene Profil sein, da man hier seine eigenen Daten sowie die Daten des Autos findet und bearbeiten kann. Auch kann hier der Kilometerstand des Autos hinterlegt werden, wenn dieser nicht über die OBD-Schnittstelle ausgelesen werden kann.screenshots_tanktaler_3Ebenso direkt über die Startseite zu erreichen ist der Tanken-Button, über den man die getankten Liter eingeben kann, um TankTaler zu sammeln.screenshot_tanktaler_11

Hier hätte ich mir gewünscht, dass dies automatisch geschieht, da der Stecker ja Zugriff auf die OBD-Schnittstelle besitzt. Ich finde es etwas lästig bei jedem Tankstopp hier die Liter manuell eintragen zu müssen – auch, wenn das problemlos klappt.

 

Punkte sammeln

Punkte können über verschiedene Arten gesammelt werden. Eine Möglichkeit ist natürlich das Tanken. Hier werden aktuell 20 TankTaler pro Liter (Spritsorte egal) gutgeschrieben – das entspricht 2 Cent. Auch fürs Fahren gibt es momentan TankTaler – pro zurückgelegtem Kilometer mit dem Stecker ein TankTaler (0,1 Cent). Hin- und wieder gibt es zudem Sonderaktionen, bei denen man extra Punkte gutgeschrieben bekommt, wenn man bestimmte Geschäfte anfährt. Fährt man sowieso daran vorbei, ist das eine prima Möglichkeit, sein Punktekonto aufzufüllen.screenshot_tanktaler_7Für die Empfehlung an „Freunde“ erhält man momentan außerdem 5000 TankTaler (= 5€) [Update: Mai 2016] 2000 TankTaler (= 2€)– die gleiche Menge erhält auch der Geworbene. Es lohnt sich also, sich werben zu lassen (für beide Seiten). Wer noch einen Werber sucht, um seinen Anfangspunktekonto aufzubessern, kann gerne meinen Link dazu verwenden. Die Punkte werden automatisch gutgeschrieben, wenn ihr eure erste Fahrt mit dem Stecker macht.

SammelmöglichkeitPunkte
Tanken20/l
Fahren1/km
Einladen5000 ([Update: Mai 2016]) 2000/Einladung
Sonderaktionenvariabel (oft 500/Aktion)

 

Punkte einlösen

Die gesammelten TankTaler können aktuell ab einer Summe von 10.000 TankTaler gegen Gutscheine (Amazon + Tankstellen) eingetauscht werden. Momentan soll die Einlösung noch manuell durch eine Nachricht an den Anbieter erfolgen.

 

Zusatzfunktionen

Neben den erwähnten Funktionen zum Auslesen von einigen Fahrzeugdaten, ist laut Anbieter ein Zahlsystem an Tankstellen geplant, um den getankten Sprit bequem über die App zahlen zu können. Wie das aussehen soll, seht ihr hier. Auch das Auslesen des Fehlerspeichers über die OBD-Schnittstelle soll laut Anbieter in Zukunft über den Stecker und die App möglich sein.

 

Ausblick

Ich sehe ein relativ großes Potential im vorgestellten System. Vor allem durch die Hardware-Anbindung an das Fahrzeug kann die App um viele sinnvolle Features ergänzt werden. Ich denke da z.B. an die Möglichkeit, bei einer Panne einen Pannendienst rufen zu lassen, der gleich die aktuelle Position und eine OBD-Fehlerdiagnose erhält, einem automatischen Notrufsystem bei einem Unfall, einer Integration in Navigationsapps mit aktuellen Verkehrsflussdaten aus der TankTaler-Flotte (sobald groß genug) oder einem Spritspartrainer, der dank kombinierter Daten aus der OBD-Schnittstelle, GPS und Handysensoren (Beschleunigung, Kompass) sinnvolle Tipps geben kann, um sparsamer zu fahren.

 

Kritikpunkte

Größtes Problem an dem System dürfte die Frage nach dem Datenschutz sein. Auch, wenn die Firma angibt, dass sämtliche Kommunikation verschlüsselt wird und keine persönlichen Daten an Dritte weitergegeben werden, bleibt ein fahler Beigeschmack – was nicht zuletzt daher kommt, dass der Service für den Kunden kostenlos angeboten wird.

„TankTaler“ gibt sich zwar große Mühe, hier transparent gegenüber den Kunden zu sein, was mit den Daten aber in Wirklichkeit hinter den Kulissen passiert, kann aber auch hier nur spekuliert werden. Letztendlich ist es eine Vertrauenssache, einer Firma sensible Daten wie Bewegungsprofile und Fahrzeugdaten anzuvertrauen – diesen Punkt muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe mich entschieden (wie ihr im Bericht auch herauslesen könnt), dem System eine Chance zu geben, auch, weil es sich um eine kleine, deutsche Firma handelt und nicht um einen riesigen Konzern, der nur auf Gewinnmaximierung aus ist.

Auch wurde ich bisher noch nicht mit Werbung belästigt. Sollte in Zukunft die Zahl an Partner steigen, könnte sich das Webeaufkommen natürlich erhöhen – aber auch das ist reine Spekulation meinerseits. Da man aber jederzeit aus dem Programm aussteigen kann und den Stecker wieder zurücksenden kann, mache ich mir aktuell keine großen Sorgen, dass „TankTaler“ in seiner frühen Phase bereits Kunden durch übermäßige Werbungen vergrault.

 

Alternativen

Wer auf die Cashback-Funktion verzichten kann und lieber ein System möchte, das bereits zum Marktstart mehr Funktionen mitbringt, der kann sich das Projekt „PACE“ (siehe dazu auch den Beitrag in Caschys Blog) einmal anschauen – momentan läuft dafür eine Kickstarter-Kampagne, in der der Dongle momentan ab 89€ zu bekommen ist (Auslieferung vsl. Mai 2016). Die Kommunikation erfolgt hier zwischen Smartphone und Dongle via Bluetooth.

Eine (große) Nummer günstiger und ebenfalls per Bluetooth kommunizierend gibt es zahlreiche günstige Dongles mit ELM327-Chip (Achtung: oft Fakes!), die mit zahlreichen Apps aus dem PlayStore zusammenarbeiten wie Torque. Zum reinen Auslesen der Fahrzeugdaten reicht das bereits aus – allerdings wird dadurch alleine das Auto natürlich noch nicht „smart“ oder vernetzt.


Mein Fazit: Einfach mal ausprobieren! Nutzt gleich den Bonus von 5000 [Update: Mai 2016] 2000 Talern über diesen Link und spart in Zukunft bares Geld beim Autofahren. Gerade für Vielfahrer ist „TankTaler“ ein sehr attraktives Angebot. Auch die Zusatzfunktionen stimmen, die kontinuierliche Weiterentwicklung durch die Firma dahinter macht ihr Übriges.